Sicherheit

Warum eine Uhr am Handgelenk die Haustür nicht unsicher macht

Eine Haustür ist kein Spielzeug. GeoDoor ist deshalb so gebaut, dass ein einzelner Fehler oder ein verlorenes Gerät nicht ausreicht, um die Tür zu öffnen. Die wichtigsten Punkte:

Der Server entscheidet, nicht das Gerät

Die Uhr sendet nur eine Bitte. Ob geöffnet wird, prüft der Familien-Server: gültiger Zugang, Uhr nicht gesperrt, innerhalb der Freigabezeit, in Haustürnähe, nicht zu viele Versuche. Eine manipulierte App kann diese Prüfung nicht umgehen.

Kein automatisches Öffnen

Es gibt keine Hintergrundortung und keinen Automatismus. Die Tür öffnet nur, wenn jemand die App öffnet und bewusst tippt.

Uhr weg? Zugang sofort tot

Ein Tipp im iPhone („Uhr sperren“) macht den Zugang augenblicklich ungültig – auch für denjenigen, der die Uhr in der Hand hält. Eine gesperrte Uhr kann sich auch mit einem alten Einrichtungscode nicht neu anmelden.

iPhone weg? Begrenzter Schaden

Die App speichert kein Passwort, sondern nur einen widerrufbaren Zugangs-Token im Schlüsselbund des iPhones – geschützt durch dessen Code oder Face ID. Der Token verfällt nach 90 Tagen, nach 30 Tagen ohne Nutzung, bei einem Passwortwechsel und auf Knopfdruck im Verwaltungsbereich.

Ausprobieren wird schnell unattraktiv

Wer Einrichtungscodes oder Passwörter durchprobiert, wird nach wenigen Fehlversuchen für 24 Stunden ausgesperrt – und die Eltern bekommen eine E-Mail mit IP-Adresse und ungefährem Ort. Auch die Anzahl der Türöffnungen pro Stunde ist begrenzt.

Nichts geht unbemerkt

Jede Öffnung und jeder abgelehnte Versuch landet im Protokoll – mit Zeitpunkt, Uhr, Grund und Entfernung zur Haustür. Auch Öffnungen, die nicht über GeoDoor liefen (Schlüssel, Nuki-App, Taster), erscheinen dort.

Verschlüsselt und ohne fremde Server

Alle Verbindungen laufen über HTTPS; unverschlüsselte Anfragen weist der Server ab. Es gibt keinen zentralen Dienst des Anbieters: Die Daten liegen ausschließlich auf dem Server der Familie.

Gefahrlos üben

Im Test-Modus läuft alles wie im Ernstfall, nur das Schloss wird nicht angesteuert. Ideal, um mit den Kindern zu proben.

Ehrlich bleiben muss man an einer Stelle: Der Standort kommt vom Gerät. Wer einen gültigen Zugangsschlüssel besäße, könnte dem Server theoretisch eine falsche Position senden. Deshalb ist dieser Schlüssel das eigentliche Geheimnis – er liegt geschützt auf der Uhr, wird nie im Klartext gespeichert und lässt sich jederzeit ungültig machen. Zusätzlich erkennt der Server unmögliche Ortswechsel und lehnt sie ab.

Verantwortung und Grenzen

GeoDoor ist ein Assistenzsystem, kein Schlüsselersatz

Die App macht den Alltag bequemer – sie ersetzt weder einen körperlichen Schlüssel noch eine Zutrittskontrolle. Kinder sollten ihren Schlüssel weiterhin dabeihaben. Es gibt genug Gründe, warum das Öffnen einmal nicht klappt: leerer Uhrenakku, kein Mobilfunk, schlechtes GPS zwischen Häusern, gestörte Internetverbindung, Wartung beim Schlosshersteller oder schlicht Stromausfall.

Die Verantwortung liegt bei den Betreibern

GeoDoor arbeitet auf einem Server, den die Familie selbst betreibt. Installation, Konfiguration, Absicherung, Aktualisierung und Betrieb liegen damit in ihrer Hand – ebenso die Entscheidung, welche Uhr wann öffnen darf und wie groß der Umkreis ist. Wer den Server betreibt, sollte wissen, was er tut: HTTPS, ein starkes Passwort, aktuelle Software und regelmäßige Blicke ins Protokoll gehören dazu.

Wofür GeoDoor nicht gedacht ist

Nicht geeignet für Anwendungen, bei denen ein Ausfall oder ein Fehlverhalten ernste Folgen hätte: gewerbliche Zutrittskontrolle, Flucht- und Rettungswege, Zugang für Pflege- oder Rettungsdienste, Türen, hinter denen Gefahrenstoffe oder Waffen liegen, oder Situationen, in denen jemand zwingend hineingelangen muss. Für solche Zwecke gibt es geprüfte Systeme mit Zertifizierung und Wartungsvertrag – GeoDoor ist ein privates Projekt und keines davon.

Keine Zusicherung, keine Gewähr

GeoDoor wird im Familien- und Freundeskreis unentgeltlich weitergegeben, ohne Anspruch auf Verfügbarkeit, Fehlerfreiheit oder Weiterentwicklung und ohne Gewährleistung. Eine Haftung besteht nur nach den gesetzlichen Vorschriften, insbesondere bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit sowie bei Verletzung von Leben, Körper und Gesundheit. Für Schäden, die aus fehlerhafter Einrichtung, unsicherem Serverbetrieb oder dem Verlust von Zugangsdaten entstehen, ist der jeweilige Betreiber verantwortlich.

Kurz gesagt: Die Tür öffnet nur, wenn ein gültiger Schlüssel, die richtige Uhrzeit, die Nähe zum Zuhause und ein bewusster Tipp zusammenkommen. Fällt eines davon weg, bleibt sie zu – deshalb gehört der Schlüssel weiterhin in die Tasche. Einzelheiten zur Datenverarbeitung stehen in der Datenschutzerklärung.